Mit einer weniger schönen Geschichte: Unterwegs im Naturschutzgebiet Wittmoor

Aktualisiert: 9. Jan. 2021

Am Sonntag den 13. September habe ich mich von Hamburg Altona aus mit der S-Bahn, dem Bus und zu Fuß aufgemacht zum Naturschutzgebiet Wittmoor. Das liegt an der Grenze von Hamburg zu Schleswig Holstein. Es ist das letzte Hochmoor im Norden Hamburgs. Es zeichnet sich durch dem Mix aus Waldgebieten, Gräsern und absterbenden Birken aus, die ein Zeichen von neuer Moorbildung sind. Insgesamt habe ich es sehr genossen durch dieses Gebiet zu spazieren, weil man auf sehr viel unberührte Natur trifft, was für Fotografen wie mich besonders spannend ist. Allerdings gibt es nur wenig Bänke und Sitzgelegenheiten und auch keine Möglichkeiten, um den Hunger oder Durst zu stillen, sodass man vor einer längeren Besichtigung auf jeden Fall selbst Proviant und etwas zu Trinken mitnehmen sollte.



Wenn man aber mal einen Blick auf die Geschichte dieses Moorgebiets wirft, kommt man schnell mit der nicht so schönen Seite dieses Ortes in Berührung. Denn mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde auf diesem Gebiet ein Konzentrationslager errichtet, in dem die Häftlinge zu Moortrockenlegungen und Torfstechen gezwungen wurden. Dadurch wurde das heutige Naturschutzgebiet logischerweise sehr in Mitleidenschaft gezogen, was auch nach dem Ende des Dritten Reiches nicht aufhörte. Erst mit den 1950er Jahren hörte die Zerstörung auf und in den 1970er Jahren wurde es schließlich zum Naturschutzgebiet erklärt. Wer etwas durch das Hochmoor wandert, kann auch noch einen Gedenkstein entdecken, der an die Vergangenheit als Konzentrationslager erinnert. Somit ist das Naturschutzgebiet ein einzigartiger und schöner Ort, der sehr dazu einlädt, um vom Alltag mal abzuschalten. Gleichzeitig hat es aber auch eine nicht so schöne Vergangenheit, die für die deutsche Geschichte von Bedeutung ist.

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